- Anzahl der Tage in Amerika bis jetzt: 271
- Tage außerhalb von Amerika: 6 in Jamaika, 3 in Kanada
- Besuch aus Deutschland: 10 Leute (Thomas, 6 Mädels, Luisa, Mama und Gitti)
- Besuchte Bundesstaaten: 8 und D.C.
- Professoren, die ich mit Vornamen anspreche: 4 von 6
- Geschriebene Papers: 6 lange, 2 mittlere, 4 kurze
- Gesamtlänge der Papers: 202 Seiten
- Längstes Literaturverzeichnis in einem der Papers: 47 Einträge
- Gelesene Bücher und Papers: unzählige
- Höchststand der aus der Bibliothek gleichzeitig ausgeliehenen Bücher: 73
- Stressige Momente erlebt: viele
- Schöne Momente erlebt: unzählige
- Kosten, um mal eben schnell nach New York zu fahren: $1.30
- Länge des geplanten Road Trip: 4 Wochen, 10.000 km
Posts mit dem Label Uni werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Uni werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Samstag, 14. Mai 2011
Ein Jahr in Zahlen
Weil das Uni-Jahr jetzt vorbei ist und weil ich gerne Listen mache, habe ich eine kleine Statistik über meine Zeit in Amerika aufgestellt:
Samstag, 16. April 2011
Lena's State of Mind
Jetzt bin ich schon so lange in Amerika, dass es ja schon fast wieder Zeit für die Abreise ist. Am 11. April sind meine Mama und meine Tante nach zehn Tagen Besuch bei mir wieder nach Hause geflogen - und da war es noch genau einen Monat bis zu dem Tag, an dem hier die Uni für mich vorbei ist: am 11. Mai. Mittlerweile sind es nicht mal mehr vier Wochen bis dahin. Ich kann es wirklich kaum glauben, dass die Zeit so schnell vergangen ist.
Ich weiß noch gar nicht so recht, was ich darüber denken soll. Ich freue mich einerseits natürlich sehr auf Deutschland und vor allem auf die Leute, die ich dort vermisse (auf einen ganz besonders!). Andererseits weiß ich auch, dass mir der Abschied von hier und von den Leuten, die ich hier lieb gewonnen habe, schwer fallen wird. Meine Gefühle ändern sich ja schon beim Schreiben dieses Posts.
Bis gestern war auch noch nicht wirklich klar, wann ich genau zurückkommen werde. Mein ursprünglicher Plan war genau das, was ich jetzt mache: hier zwei Semester zu studieren, dann noch einen Monat durch die USA zu reisen und dann nach Deutschland zurückzukommen. Irgendwann habe ich angefangen, mit dem Gedanken zu spielen, hier noch ein Praktikum zu machen. Ich habe aber sehr lange gebraucht, bis ich mich entschieden habe, ob ich wirklich noch länger bleiben will. Mir gefällt es hier sehr gut, New York ist toll, die Uni in Newark ist auch klasse und ich habe nette Leute kennengelernt. Trotzdem habe ich gerade auch im zweiten Semester immer wieder Heimweh gehabt. Bevor ich nach Amerika gekommen bin, dachte ich eher, dass ich am Anfang Heimweh habe und sich das dann nach und nach legt und irgendwann gar nicht mehr kommt. Es war dann aber so, dass es eigentlich ein Auf und Ab ist. Es war nie so, dass ich mir gedacht hätte, mir reicht es hier, ich will sofort nach Hause; aber doch so, dass ich mich bereit gefühlt habe, im Juni wieder zurückzugehen.
Und so habe ich hin- und herüberlegt und mich dann doch für ein paar Praktika hier beworben. Ich wollte die Chance, wenn ich jetzt schon mal hier bin, nicht ungenutzt lassen und es wenigstens versuchen. Letztendlich habe ich dann wohl zu lange gewartet und überlegt und mich erst zu spät beworben, denn ich habe kein Praktikum gefunden. Oder besser gesagt: Ich habe keine Antworten bekommen. Ablehnungsschreiben sind hier offensichtlich unüblich und werden als unwichtig eingestuft. Das lässt einen als Bewerber dann mit dem unangenehmen Gefühl in der Luft hängen, dass man irgendwann entscheiden muss, was man mit dem Sommer anfangen will, es gleichzeitig aber sein kann, dass man gleich am nächsten Tag angerufen wird, weil man ein aussichtsreicher Kandidat für eine Stelle ist. Die einzige Reaktion, die bisher kam, war eine computergenerierte Absage, dass ich nicht die Qualifikationen für die Stelle erfülle. Die E-Mail kam aber genau zwei Minuten, nachdem ich die elektronische Eingangsbestätigung für die Bewerbung bekommen hatte. Ich vermute mal, dass mich das System automatisch rausgefiltert hat, weil ich auf die Fragen "Are you a U.S. citizen or green card-holder?" und "Are you permanently authorized to work in the U.S.?" mit nein geantwortet habe - alle anderen formalen Anforderungen, die das System so schnell überprüfen kann, habe ich nämlich erfüllt. Viele andere internationale Studenten haben Ähnliches berichtet. Die einzige andere internationale Studentin, die ich kenne, die ein Praktikum gefunden hat, wird dafür nicht bezahlt - und das in einer Stadt mit Lebenshaltungskosten wie New York! Und so etwas habe ich schon im Voraus ausgeschlossen. Ich wollte mit einem Praktikum hier ja nicht reich werden, aber wenigstens die Kosten sollte es im Großen und Ganzen decken. Das Ende vom Lied war, dass ich mir einfach selbst eine Frist gesetzt habe, bis zu der ich noch Follow-Up-E-Mails rausgeschickt habe, um vielleicht doch noch eine Reaktion zu bekommen. Und da bis gestern keine einzige Reaktion gekommen ist, habe ich mich entschieden, dass ich es nicht weiter versuche und nach dem 11. Mai einfach auf große Reise gehe und dann im Juni zurückkomme.
Und das ist bei Weitem nicht das Schlechteste! Im Gegenteil, ich freue mich jetzt wahnsinnig, mehr Gewissheit zu haben und bald loszureisen - das ist ja das, was ich von Anfang an geplant hatte: zu reisen und dann im Anschluss in Deutschland ein Praktikum zu machen. Vor allem freue ich mich, weil ich schon zwei sehr nette Reisepartnerinnen habe. Das sind Anja und Steffi, die in Lawrence, Kansas, studieren. Die beiden habe ich letztes Jahr bei der Fulbright-Orientation in Berlin kennengelernt, und irgendwann haben wir den Plan geschmiedet, zusammen zu verreisen. Die Route steht noch nicht genau fest. So viel kann ich aber schon verraten: Wir werden von Lawrence aus in Richtung New Orleans starten, dann nach Westen nach Texas und zum Grand Canyon fahren, und uns dann auf den langen Weg die ganze Westküste hinauf machen. Über Vorschläge, was wir dort alles anstellen sollen, und für weitere Zwischenstopps freuen wir uns!
Und bevor es dorthin losgeht, habe ich ja hier noch ein paar Wochen Uni zu absolvieren.
An die Uni habe ich mich hier wirklich sehr gut gewöhnt. Im ersten Semester habe ich zwar auch alles gut und rechtzeitig geschafft, aber das war schon manchmal sehr, sehr stressig. Spätestens dieses Semester bin ich wirklich gut im amerikanischen Uni-Betrieb angekommen und ich weiß viel besser als am Anfang, wie ich meine Zeit einteilen muss, um unzählige Bücher und Papers für die Seminare, noch mehr Bücher für meine eigenen Projekte, Teamarbeiten und Präsentationen unter einen Hut zu bringen. Auch letztes Semester habe ich viel neben der Uni in New York und Umgebung unternommen, bin zu kulturellen Events gegangen, habe mich mit Freunden getroffen und bin weggegangen. Manchmal hat darunter dann aber schon der Schlaf oder der Kontakt mit Freunden zu Hause gelitten (Entschuldigung an dieser Stelle!). Dieses Semester hingegen habe ich das Gefühl, dass ich mehr unternehme, viel mehr verreise, meine zahlreichen Besucher aus Deutschland unterhalten kann, mich mehr ausruhen kann und trotzdem noch gut an der Uni sein kann. Hoffentlich hält das die nächsten Wochen auch noch so an!
Bis zum Ende des Semesters muss ich noch drei Arbeiten schreiben - jeweils eine in jedem meiner drei Kurse "Immigration and Performace", "Race and Sexual Politics in the Modern U.S." und "Sociology of Urban Education". Zwei kürzere Papers und ein längeres habe ich schon geschrieben. Und viele Präsentationen gehalten.
Abgesehen von der Uni habe ich auch noch einiges geplant: eine Twilight Cruise um Manhattan herum mit One to World, einen Besuch als Lehrerin in einer New Yorker Schule im Rahmen des Global Classroom Program, eine Fahrradtour mit diesmal wirklich blühenden Kirschbäumen, einen Besuch und ein Briefing über die aktuelle Situation in Libyen im UNO-Hauptgebäude, ein Ausflug in den Bronx Zoo und nicht zuletzt auch noch eine Reise nach Chicago. Das werden auf alle Fälle noch spannende und erlebnisreiche Wochen hier!
Ich weiß noch gar nicht so recht, was ich darüber denken soll. Ich freue mich einerseits natürlich sehr auf Deutschland und vor allem auf die Leute, die ich dort vermisse (auf einen ganz besonders!). Andererseits weiß ich auch, dass mir der Abschied von hier und von den Leuten, die ich hier lieb gewonnen habe, schwer fallen wird. Meine Gefühle ändern sich ja schon beim Schreiben dieses Posts.
Bis gestern war auch noch nicht wirklich klar, wann ich genau zurückkommen werde. Mein ursprünglicher Plan war genau das, was ich jetzt mache: hier zwei Semester zu studieren, dann noch einen Monat durch die USA zu reisen und dann nach Deutschland zurückzukommen. Irgendwann habe ich angefangen, mit dem Gedanken zu spielen, hier noch ein Praktikum zu machen. Ich habe aber sehr lange gebraucht, bis ich mich entschieden habe, ob ich wirklich noch länger bleiben will. Mir gefällt es hier sehr gut, New York ist toll, die Uni in Newark ist auch klasse und ich habe nette Leute kennengelernt. Trotzdem habe ich gerade auch im zweiten Semester immer wieder Heimweh gehabt. Bevor ich nach Amerika gekommen bin, dachte ich eher, dass ich am Anfang Heimweh habe und sich das dann nach und nach legt und irgendwann gar nicht mehr kommt. Es war dann aber so, dass es eigentlich ein Auf und Ab ist. Es war nie so, dass ich mir gedacht hätte, mir reicht es hier, ich will sofort nach Hause; aber doch so, dass ich mich bereit gefühlt habe, im Juni wieder zurückzugehen.
Und so habe ich hin- und herüberlegt und mich dann doch für ein paar Praktika hier beworben. Ich wollte die Chance, wenn ich jetzt schon mal hier bin, nicht ungenutzt lassen und es wenigstens versuchen. Letztendlich habe ich dann wohl zu lange gewartet und überlegt und mich erst zu spät beworben, denn ich habe kein Praktikum gefunden. Oder besser gesagt: Ich habe keine Antworten bekommen. Ablehnungsschreiben sind hier offensichtlich unüblich und werden als unwichtig eingestuft. Das lässt einen als Bewerber dann mit dem unangenehmen Gefühl in der Luft hängen, dass man irgendwann entscheiden muss, was man mit dem Sommer anfangen will, es gleichzeitig aber sein kann, dass man gleich am nächsten Tag angerufen wird, weil man ein aussichtsreicher Kandidat für eine Stelle ist. Die einzige Reaktion, die bisher kam, war eine computergenerierte Absage, dass ich nicht die Qualifikationen für die Stelle erfülle. Die E-Mail kam aber genau zwei Minuten, nachdem ich die elektronische Eingangsbestätigung für die Bewerbung bekommen hatte. Ich vermute mal, dass mich das System automatisch rausgefiltert hat, weil ich auf die Fragen "Are you a U.S. citizen or green card-holder?" und "Are you permanently authorized to work in the U.S.?" mit nein geantwortet habe - alle anderen formalen Anforderungen, die das System so schnell überprüfen kann, habe ich nämlich erfüllt. Viele andere internationale Studenten haben Ähnliches berichtet. Die einzige andere internationale Studentin, die ich kenne, die ein Praktikum gefunden hat, wird dafür nicht bezahlt - und das in einer Stadt mit Lebenshaltungskosten wie New York! Und so etwas habe ich schon im Voraus ausgeschlossen. Ich wollte mit einem Praktikum hier ja nicht reich werden, aber wenigstens die Kosten sollte es im Großen und Ganzen decken. Das Ende vom Lied war, dass ich mir einfach selbst eine Frist gesetzt habe, bis zu der ich noch Follow-Up-E-Mails rausgeschickt habe, um vielleicht doch noch eine Reaktion zu bekommen. Und da bis gestern keine einzige Reaktion gekommen ist, habe ich mich entschieden, dass ich es nicht weiter versuche und nach dem 11. Mai einfach auf große Reise gehe und dann im Juni zurückkomme.
Und das ist bei Weitem nicht das Schlechteste! Im Gegenteil, ich freue mich jetzt wahnsinnig, mehr Gewissheit zu haben und bald loszureisen - das ist ja das, was ich von Anfang an geplant hatte: zu reisen und dann im Anschluss in Deutschland ein Praktikum zu machen. Vor allem freue ich mich, weil ich schon zwei sehr nette Reisepartnerinnen habe. Das sind Anja und Steffi, die in Lawrence, Kansas, studieren. Die beiden habe ich letztes Jahr bei der Fulbright-Orientation in Berlin kennengelernt, und irgendwann haben wir den Plan geschmiedet, zusammen zu verreisen. Die Route steht noch nicht genau fest. So viel kann ich aber schon verraten: Wir werden von Lawrence aus in Richtung New Orleans starten, dann nach Westen nach Texas und zum Grand Canyon fahren, und uns dann auf den langen Weg die ganze Westküste hinauf machen. Über Vorschläge, was wir dort alles anstellen sollen, und für weitere Zwischenstopps freuen wir uns!
Und bevor es dorthin losgeht, habe ich ja hier noch ein paar Wochen Uni zu absolvieren.
An die Uni habe ich mich hier wirklich sehr gut gewöhnt. Im ersten Semester habe ich zwar auch alles gut und rechtzeitig geschafft, aber das war schon manchmal sehr, sehr stressig. Spätestens dieses Semester bin ich wirklich gut im amerikanischen Uni-Betrieb angekommen und ich weiß viel besser als am Anfang, wie ich meine Zeit einteilen muss, um unzählige Bücher und Papers für die Seminare, noch mehr Bücher für meine eigenen Projekte, Teamarbeiten und Präsentationen unter einen Hut zu bringen. Auch letztes Semester habe ich viel neben der Uni in New York und Umgebung unternommen, bin zu kulturellen Events gegangen, habe mich mit Freunden getroffen und bin weggegangen. Manchmal hat darunter dann aber schon der Schlaf oder der Kontakt mit Freunden zu Hause gelitten (Entschuldigung an dieser Stelle!). Dieses Semester hingegen habe ich das Gefühl, dass ich mehr unternehme, viel mehr verreise, meine zahlreichen Besucher aus Deutschland unterhalten kann, mich mehr ausruhen kann und trotzdem noch gut an der Uni sein kann. Hoffentlich hält das die nächsten Wochen auch noch so an!
Bis zum Ende des Semesters muss ich noch drei Arbeiten schreiben - jeweils eine in jedem meiner drei Kurse "Immigration and Performace", "Race and Sexual Politics in the Modern U.S." und "Sociology of Urban Education". Zwei kürzere Papers und ein längeres habe ich schon geschrieben. Und viele Präsentationen gehalten.
Abgesehen von der Uni habe ich auch noch einiges geplant: eine Twilight Cruise um Manhattan herum mit One to World, einen Besuch als Lehrerin in einer New Yorker Schule im Rahmen des Global Classroom Program, eine Fahrradtour mit diesmal wirklich blühenden Kirschbäumen, einen Besuch und ein Briefing über die aktuelle Situation in Libyen im UNO-Hauptgebäude, ein Ausflug in den Bronx Zoo und nicht zuletzt auch noch eine Reise nach Chicago. Das werden auf alle Fälle noch spannende und erlebnisreiche Wochen hier!
Donnerstag, 10. Februar 2011
Rutgers v. Ramapo - Lena entdeckt ihre Freude am Volleyball wieder
Gestern Abend war ich im Golden Dome, dem Sportzentrum von Rutgers, um mir ein Volleyballspiel der Rutgers-Mannschaft anzuschauen. Das war meine Belohnung nach einer Präsentation am Montag und einem langen Unitag am Dienstag.
Ich habe schon gehört, dass die Volleyballer von Rutgers ziemlich gut sind und das stimmt tatsächlich. Gestern haben sie gegen das Ramapo College gespielt und mit 3:0 gewonnen. Die Sätze gingen mit 25:13, 25:9 und 25:14 auch sehr eindeutig an Rutgers. Außerdem ist das Team in dieser Saison noch ungeschlagen.
Die Amerikaner nehmen ihren College-Sport ziemlich ernst. Bei dem Spiel waren nur ungefähr 20 Zuschauer da. Trotzdem wurde in der Turnhalle einiges aufgefahren, von dem ich in meiner aktiven Zeit beim VSST nur träumen konnte: ein Ansager mit Mikrofon, der nach jedem Punkt durchsagt, wer gerade den Punkt gemacht hat; Helfer am Rand, die dem Spieler am Aufschlag die Bälle zurollen; eine große elektronische Anzeigetafel; professionelle Schiedsrichter und nicht zuletzt auch mehrere Kameras und Kameramänner, die das ganze Spiel gefilmt haben.
Es ist schon ewig her, dass ich das letzte Mal ein Volleyballspiel gesehen habe. Wahrscheinlich sogar noch länger her, als dass ich selbst gespielt habe. Und es hat sehr viel Spaß gemacht! Ab jetzt werde ich öfter mal bei den Spielen vorbeischauen. Und hoffentlich auch wieder selbst spielen, wenn ich zurück in Deutschland bin - Lust bekommen habe ich dazu gestern auf alle Fälle!
Wie es sich für eine Uni gehört, die etwas auf ihr Volleyball-Team hält, gibt es auf der Seite der "Scarlet Raiders" sogar einen Bericht über das Spiel. Und sogar ein Youtube-Video mit den Highlights des Spiels.
Ich habe schon gehört, dass die Volleyballer von Rutgers ziemlich gut sind und das stimmt tatsächlich. Gestern haben sie gegen das Ramapo College gespielt und mit 3:0 gewonnen. Die Sätze gingen mit 25:13, 25:9 und 25:14 auch sehr eindeutig an Rutgers. Außerdem ist das Team in dieser Saison noch ungeschlagen.
Die Amerikaner nehmen ihren College-Sport ziemlich ernst. Bei dem Spiel waren nur ungefähr 20 Zuschauer da. Trotzdem wurde in der Turnhalle einiges aufgefahren, von dem ich in meiner aktiven Zeit beim VSST nur träumen konnte: ein Ansager mit Mikrofon, der nach jedem Punkt durchsagt, wer gerade den Punkt gemacht hat; Helfer am Rand, die dem Spieler am Aufschlag die Bälle zurollen; eine große elektronische Anzeigetafel; professionelle Schiedsrichter und nicht zuletzt auch mehrere Kameras und Kameramänner, die das ganze Spiel gefilmt haben.
Es ist schon ewig her, dass ich das letzte Mal ein Volleyballspiel gesehen habe. Wahrscheinlich sogar noch länger her, als dass ich selbst gespielt habe. Und es hat sehr viel Spaß gemacht! Ab jetzt werde ich öfter mal bei den Spielen vorbeischauen. Und hoffentlich auch wieder selbst spielen, wenn ich zurück in Deutschland bin - Lust bekommen habe ich dazu gestern auf alle Fälle!
Wie es sich für eine Uni gehört, die etwas auf ihr Volleyball-Team hält, gibt es auf der Seite der "Scarlet Raiders" sogar einen Bericht über das Spiel. Und sogar ein Youtube-Video mit den Highlights des Spiels.
Montag, 31. Januar 2011
Rutgers und der Schnee
Ein Posting über den Schnee - wieder einmal.
Rutgers und auch die ganze Stadt Newark haben ein Verhältnis zum Schnee, das ich mal als "eigenartig" beschreiben würde.
In meinem ganzen Leben in Deutschland hatte ich bis jetzt ein Mal schneefrei. Das war, als ich in der Grundschule war, und eigentlich war es noch nicht mal richtig schneefrei, sondern kältefrei. Da ist nämlich in der alten Grundschule in Mammendorf die Heizung ausgefallen. Und nachdem wir arme Drittklässler einen Tag lang frierend in Jacken und Schals in der Schule gesessen sind, haben sie sich am nächsten Tag freundlichweise entschieden, uns frei zu geben.
Seit ich hier in Newark studiere, gab es jetzt schon zwei schneefreie Tage. Für morgen wird der dritte erwartet. Offenbar erwartet Rutgers schon, dass der Schnee Einfluss auf die Funktionstüchtigkeit des Computernetzwerks haben könnte. In einer E-Mail, die heute vorsorglich an alle Studenten geschickt wurde, heißt es:
"Assuming all computing systems are operating, in the event of weather-related closings or delays, the latest campus status will be updated on the R-N website, and an email sent to your Rutgers email account."
So weit, so gut.
Dazu sollte ich aber sagen, dass die hier gerne etwas übertreiben, was die Menge des Schnees angeht. Am ersten schneefreien Tag war gar nicht so viel - 20 cm, das war's. Beim zweiten Schneetag letzte Woche hat der Nationale Wetterdienst am Tag vorher folgende Warnung herausgegeben:
"A winter storm warning for heavy snow means severe winter weather conditions are expected or occurring. Significant amounts of snow are forecast that will make travel dangerous. Only travel in an emergency. If you must travel... Keep an extra flashlight... food... and water in your vehicle in case of an... emergency."
Wohlgemerkt war diese Warnung nicht für Alaska, sondern speziell für die Region Newark/New York gedacht. Ich muss zugeben: Es hat an dem Tag dann auch viel geschneit. Aber ich habe es trotzdem ohne Probleme von New York nach Newark geschafft, und zwar ganz ohne Taschenlampe, Essen und Wasser. Was so ein bisschen Training im deutschen Winter doch ausmacht!
Über Nacht ist es dann noch mehr geworden und Rutgers, die anderen Unis in Newark, und alle öffentlichen Schulen in Newark und New York haben für den nächsten Tag alles dichtgemacht. Das Vorwärtskommen im Schnee war schwieriger, als man meinen könnte. Das hängt mit der interessanten Taktik zusammen, die die Stadt Newark zum Schneeräumen anwendet: "Ganz oder gar nicht" kombiniert mit "Viel hilft viel".
Das sieht so aus: Große Straßen werden gleich geräumt, kleine gar nicht oder erst ein paar Tage später. Die Straßen und Gehsteige, die vom Räumfahrzeug geräumt werden, werden komplett geräumt. So lange, bis keine einzige Schneeflocke mehr liegt. Da der Schnee ja irgendwohin muss, wird er an Häusern, Zäunen oder Straßenlaternen aufgetürmt, bis es nicht mehr höher geht. Man marschiert also auf dem Gehsteig die ganze Zeit zwischen Schneebergen entlang, die manchmal wirklich mannshoch (bzw. Lena-hoch) sind.
Leider passiert es auch manchmal, dass man an einer Straßenecke steht, an der die Schneeräumer vergessen haben, einen Durchgang durch die Schneeberge zu schaufeln...
Und wenn der Schnee dann schmilzt, dann schmilzt er natürlich zuerst am Rand der Berge, also an den Straßenecken. Und dann heißt es fröhlich durch die dreckigen Pfützen stapfen, um auf die andere Straßenseite zu kommen. Außen herum geht ja nicht, wegen den Schneebergen links und rechts!
Rutgers und auch die ganze Stadt Newark haben ein Verhältnis zum Schnee, das ich mal als "eigenartig" beschreiben würde.
In meinem ganzen Leben in Deutschland hatte ich bis jetzt ein Mal schneefrei. Das war, als ich in der Grundschule war, und eigentlich war es noch nicht mal richtig schneefrei, sondern kältefrei. Da ist nämlich in der alten Grundschule in Mammendorf die Heizung ausgefallen. Und nachdem wir arme Drittklässler einen Tag lang frierend in Jacken und Schals in der Schule gesessen sind, haben sie sich am nächsten Tag freundlichweise entschieden, uns frei zu geben.
Seit ich hier in Newark studiere, gab es jetzt schon zwei schneefreie Tage. Für morgen wird der dritte erwartet. Offenbar erwartet Rutgers schon, dass der Schnee Einfluss auf die Funktionstüchtigkeit des Computernetzwerks haben könnte. In einer E-Mail, die heute vorsorglich an alle Studenten geschickt wurde, heißt es:
"Assuming all computing systems are operating, in the event of weather-related closings or delays, the latest campus status will be updated on the R-N website, and an email sent to your Rutgers email account."
So weit, so gut.
Dazu sollte ich aber sagen, dass die hier gerne etwas übertreiben, was die Menge des Schnees angeht. Am ersten schneefreien Tag war gar nicht so viel - 20 cm, das war's. Beim zweiten Schneetag letzte Woche hat der Nationale Wetterdienst am Tag vorher folgende Warnung herausgegeben:
"A winter storm warning for heavy snow means severe winter weather conditions are expected or occurring. Significant amounts of snow are forecast that will make travel dangerous. Only travel in an emergency. If you must travel... Keep an extra flashlight... food... and water in your vehicle in case of an... emergency."
Wohlgemerkt war diese Warnung nicht für Alaska, sondern speziell für die Region Newark/New York gedacht. Ich muss zugeben: Es hat an dem Tag dann auch viel geschneit. Aber ich habe es trotzdem ohne Probleme von New York nach Newark geschafft, und zwar ganz ohne Taschenlampe, Essen und Wasser. Was so ein bisschen Training im deutschen Winter doch ausmacht!
Über Nacht ist es dann noch mehr geworden und Rutgers, die anderen Unis in Newark, und alle öffentlichen Schulen in Newark und New York haben für den nächsten Tag alles dichtgemacht. Das Vorwärtskommen im Schnee war schwieriger, als man meinen könnte. Das hängt mit der interessanten Taktik zusammen, die die Stadt Newark zum Schneeräumen anwendet: "Ganz oder gar nicht" kombiniert mit "Viel hilft viel".
Das sieht so aus: Große Straßen werden gleich geräumt, kleine gar nicht oder erst ein paar Tage später. Die Straßen und Gehsteige, die vom Räumfahrzeug geräumt werden, werden komplett geräumt. So lange, bis keine einzige Schneeflocke mehr liegt. Da der Schnee ja irgendwohin muss, wird er an Häusern, Zäunen oder Straßenlaternen aufgetürmt, bis es nicht mehr höher geht. Man marschiert also auf dem Gehsteig die ganze Zeit zwischen Schneebergen entlang, die manchmal wirklich mannshoch (bzw. Lena-hoch) sind.
Leider passiert es auch manchmal, dass man an einer Straßenecke steht, an der die Schneeräumer vergessen haben, einen Durchgang durch die Schneeberge zu schaufeln...
Und wenn der Schnee dann schmilzt, dann schmilzt er natürlich zuerst am Rand der Berge, also an den Straßenecken. Und dann heißt es fröhlich durch die dreckigen Pfützen stapfen, um auf die andere Straßenseite zu kommen. Außen herum geht ja nicht, wegen den Schneebergen links und rechts!
Samstag, 25. Dezember 2010
Halbzeit...
Aus, aus und vorbei - das erste Semester hier hab ich hinter mir!
In den 15 Wochen, die das Semester hier gedauert hat, habe ich eine schier unglaubliche Anzahl an Büchern gelesen.
Für meinen Kurs "Greater New York Since 1898":
Für "Immigration and American Culture and Society"
Für "Urban Educational Policy and School Improvement"
Zusätzlich noch unzählige Paper und Bücher, die nicht Teil der regulären Assignments waren, sondern die nur alleine oder zusammen mit ein paar anderen lesen musste, entweder für Referate oder (den größten Teil davon) für mein Forschungsprojekt im Seminar über New York.
Zusätzliche habe ich noch zwei lange Essays (für den New York- und den Einwanderungs-Kurs) und zwei kurze (für den Bildungspolitik-Kurs) produziert. Und die drei Referate und zwei Book Reviews, die ich auch noch anfertigen musste, nicht zu vergessen.
Alles in allem wirklich sehr, sehr viel Arbeit, bei der ich aber auch wirklich viel gelernt habe. Nichtsdestotrotz freue ich mich jetzt sehr auf einen Monat, EINEN GANZEN MONAT, ohne Uni, ohne Hausarbeiten und nur mit Büchern, die ich zu meinem Privatvergnügen lese!!! Und vor allem auf die Zeit, die ich jetzt mit dem Thomas verbringen kann!
In den 15 Wochen, die das Semester hier gedauert hat, habe ich eine schier unglaubliche Anzahl an Büchern gelesen.
Für meinen Kurs "Greater New York Since 1898":
- Joanne Reitano, The Restless City: A Short History of New York from Colonial Times to the Present
- Christine Stansell, American Moderns: Bohemian New York and the Creation of a New Century
- Shane White et al., Playing the Numbers: Gambling in Harlem Between the Wars
- Samuel Zipp, Manhattan Projects: The Rise and Fall of Urban Renewal in Cold War New York
- Rosalyn Baxandall and Elizabeth Ewen, Picture Windows: How the Suburbs Happened
- Sharon Zukin, Naked City: The Death and Life of Authentic Urban Places
- Wayne C. Booth et al., The Craft of Research
Für "Immigration and American Culture and Society"
- John Higham, Strangers in the Land: Patterns of American Nativism, 1860-1925
- Henry Yu: Thinking Orientals: Migration, Contact, and Exoticism in Modern America
- Gary Gerstle, Working Class Americanism: The Politics of Labor in a Textile City
- Erika Lee, At America’s Gates: Chinese Immigration During the Exclusion Era, 1882-1943
- Linda Gordon, The Great Arizona Orphan Abduction
- Victoria Hattam, In the Shadow of Race: Jews, Latinos, and Immigrant Politics in the United States
- Mae Ngai, Impossible Subjects: Illegal Aliens and the Making of Modern America
- Eiichiro Azuma, Between Two Empires: Race, History, and Transnationalism in Japanese America
- Matthew Jacobson, Whiteness of a Different Color: European Immigrants and the Alchemy of Race
- Aihwa Ong, Flexible Citizenship: The Cultural Logics of Transnationality
- Alexandra Stern, Eugenic Nation: Faults and Frontiers of Better Breeding in Modern America
Für "Urban Educational Policy and School Improvement"
- Diane Ravitch, Left Back: A Century of Battles over School Reform
- David Tyack and Larry Cuban, Tinkering Toward Utopia: A Century of Public School Reform
- Anthony Bryk et al., Organizing Schools for Improvement: Lessons from Chicago
- Charles Payne, So Much Reform, So Little Change: The Persistence of Failure in Urban Schools
- Linda Darling-Hammond, The Flat World and Education: How America's Commitment to Equity Will Determine Our Future
- Ronald Ferguson, Toward Excellence with Equity: An Emerging Vision for Closing the Achievement Gap
Zusätzlich noch unzählige Paper und Bücher, die nicht Teil der regulären Assignments waren, sondern die nur alleine oder zusammen mit ein paar anderen lesen musste, entweder für Referate oder (den größten Teil davon) für mein Forschungsprojekt im Seminar über New York.
Zusätzliche habe ich noch zwei lange Essays (für den New York- und den Einwanderungs-Kurs) und zwei kurze (für den Bildungspolitik-Kurs) produziert. Und die drei Referate und zwei Book Reviews, die ich auch noch anfertigen musste, nicht zu vergessen.
Alles in allem wirklich sehr, sehr viel Arbeit, bei der ich aber auch wirklich viel gelernt habe. Nichtsdestotrotz freue ich mich jetzt sehr auf einen Monat, EINEN GANZEN MONAT, ohne Uni, ohne Hausarbeiten und nur mit Büchern, die ich zu meinem Privatvergnügen lese!!! Und vor allem auf die Zeit, die ich jetzt mit dem Thomas verbringen kann!
Freitag, 17. Dezember 2010
Der Stand der Dinge
Der aktuelle Stand der Dinge: Es ist 3 Uhr nachts, mein Schreibtisch und seine Umgebung sehen mittlerweile so aus.
Ich baue mich mit dem Gedanken auf, dass ich die längste meiner drei Arbeiten heute schon abgegeben habe. Und dass ich mich einer zweiten Hausarbeit schon fertig bin, die ich morgen abgeben muss. Und dass ich auch die dritte morgen fertig geschrieben haben werde und abgeben kann.
Und natürlich mit dem Gedanken an mein Wochenende in Atlantic City!
Ich baue mich mit dem Gedanken auf, dass ich die längste meiner drei Arbeiten heute schon abgegeben habe. Und dass ich mich einer zweiten Hausarbeit schon fertig bin, die ich morgen abgeben muss. Und dass ich auch die dritte morgen fertig geschrieben haben werde und abgeben kann.
Und natürlich mit dem Gedanken an mein Wochenende in Atlantic City!
Sonntag, 12. Dezember 2010
Wo ist Lena?
Wer von euch kennt "Wo ist Walter"? Das sind die Bilderbücher, in denen auf jeder Seite ein großes, sehr detailreiches Bild ist, in dem irgendwo Walter versteckt ist, den man suchen muss.
In Anlehnung daran die Antwort auf die Frage, wo ich denn bin, weil ich schon so lange nichts mehr im Blog geschrieben habe oder ich auch sonst wenig von mir hören lasse: Ich bin hier, festgewachsen an meinem Schreibtischstuhl, in inniger Liebe zu meinem Laptop verbunden, verschüttet unter einem großen Haufen aus Büchern und Zetteln.
In Anlehnung daran die Antwort auf die Frage, wo ich denn bin, weil ich schon so lange nichts mehr im Blog geschrieben habe oder ich auch sonst wenig von mir hören lasse: Ich bin hier, festgewachsen an meinem Schreibtischstuhl, in inniger Liebe zu meinem Laptop verbunden, verschüttet unter einem großen Haufen aus Büchern und Zetteln.
Das liegt daran, dass jetzt schon die letzte Semesterwoche ist und ich dabei bin, bis nächsten Freitag drei Hausarbeiten zu produzieren. Mehr dazu, wie der Semesterendspurt in Amerika abläuft, schreibt mein Fulbright-Kollege Julian aus München, der in Atlanta studiert, in seinem Blog über die "Dead Week".
Fünf Tage noch!
Freitag, 5. November 2010
Bayern in Amerika
Vor ein paar Wochen habe ich gemeinsam mit anderen Rutgers-Studenten Bayern nach Amerika importiert: Wir haben eine kleine Wiesn in Newark organisiert (für die Nicht-Bayern unter den Lesern: ein "Oktoberfest"). Eigentlich war das Ganze eine Veranstaltung der Business School und von deren International Student Organization, bei der Martin und Ömercan mitmachen. Neben ihnen sind noch Studenten aus anderen Ländern dabei, von denen aber noch niemand auf der Wiesn war. Da kam es gerade gelegen, dass ich die Idee super gefunden habe und unbedingt mitorganisieren wollte.
Um richtige Wiesn-Stimmung aufkommen zu lassen, haben wir uns einiges vorgenommen: echtes bayerisches Bier, Brezn, Wiesn-Hits, blau-weiße Deko und ein kleiner Sprachführer mit deutschen Wörtern und Sätzen auf jedem Tisch und eine Foto-Slideshow an der Wand mit Fotos aus den letzten Jahren Wiesn. Außerdem haben wir ein sehr einladendes Plakat gestaltet, das in der Business School ausgehängt wurde.
Es hat seine Wirkung offensichtlich nicht verfehlt, denn es sind 130 Leute zu unserem Event geströmt - viel mehr, als wir erwartet hatten. Vielleicht lag es aber nicht nur am Plakat, sondern daran, dass die ganze Veranstaltung von der Uni gesponsert wurde und dass deswegen alles - Eintritt, Bier, Brezn - umsonst war.
Wie zu erwarten war, hat das Bier natürlich großen Anklang gefunden. Ich kann gar nicht zählen, wie oft mir Leute gesagt haben, dass sie deutsches Bier viel besser finden als amerikanisches oder das aus anderen Ländern. Dementsprechend lang war auch die Schlange am Ausschank. Zum Glück ist uns das Bier nicht ausgegangen!
Genauso war es mit den Brezn: Die waren wirklich sehr lecker und ich glaube, ich habe noch nie gesehen, wie 200 Brezn so schnell verschwinden können.
Und wie es sich gehört, war ich im Dirndl auf unserer Wiesn. Ich glaube, das war für viele ein guter Einstieg, um mit mir und den anderen über Deutschland und die deutsche Kultur ins Gespräch zu kommen. Einige haben mir erzählt, dass sie schon mal in Deutschland und in München waren, und es war sogar eine dabei, die schon mal auf der Wiesn war. Ich fand es sehr interessant, dass sie mir erzählt hat, dass sie ganz erstaunt war, dass das Oktoberfest allgemein und ganz besonders die Bierzelte keinen Eintritt kosten. Darüber habe ich mir vorher noch nie Gedanken gemacht.
Die Wiesn war ein richtig tolles Event. Es war schön, alles, was wir geplant haben, in die Tat umzusetzen, und zu sehen, wie viele Leute sich für Deutschland interessieren und sich mit mir unterhalten wollten. Außerdem war die ganze Atmosphäre drum herum wirklich toll, mit den Fotos und Plakaten an der Wand und altbekannten Wiesn-Hits und Schlagern zum Mitsingen im Hintergrund.
Hier ein kleiner Eindruck von unserer Playlist:
Um richtige Wiesn-Stimmung aufkommen zu lassen, haben wir uns einiges vorgenommen: echtes bayerisches Bier, Brezn, Wiesn-Hits, blau-weiße Deko und ein kleiner Sprachführer mit deutschen Wörtern und Sätzen auf jedem Tisch und eine Foto-Slideshow an der Wand mit Fotos aus den letzten Jahren Wiesn. Außerdem haben wir ein sehr einladendes Plakat gestaltet, das in der Business School ausgehängt wurde.
Es hat seine Wirkung offensichtlich nicht verfehlt, denn es sind 130 Leute zu unserem Event geströmt - viel mehr, als wir erwartet hatten. Vielleicht lag es aber nicht nur am Plakat, sondern daran, dass die ganze Veranstaltung von der Uni gesponsert wurde und dass deswegen alles - Eintritt, Bier, Brezn - umsonst war.
Wie zu erwarten war, hat das Bier natürlich großen Anklang gefunden. Ich kann gar nicht zählen, wie oft mir Leute gesagt haben, dass sie deutsches Bier viel besser finden als amerikanisches oder das aus anderen Ländern. Dementsprechend lang war auch die Schlange am Ausschank. Zum Glück ist uns das Bier nicht ausgegangen!
Genauso war es mit den Brezn: Die waren wirklich sehr lecker und ich glaube, ich habe noch nie gesehen, wie 200 Brezn so schnell verschwinden können.
Und wie es sich gehört, war ich im Dirndl auf unserer Wiesn. Ich glaube, das war für viele ein guter Einstieg, um mit mir und den anderen über Deutschland und die deutsche Kultur ins Gespräch zu kommen. Einige haben mir erzählt, dass sie schon mal in Deutschland und in München waren, und es war sogar eine dabei, die schon mal auf der Wiesn war. Ich fand es sehr interessant, dass sie mir erzählt hat, dass sie ganz erstaunt war, dass das Oktoberfest allgemein und ganz besonders die Bierzelte keinen Eintritt kosten. Darüber habe ich mir vorher noch nie Gedanken gemacht.
Die Wiesn war ein richtig tolles Event. Es war schön, alles, was wir geplant haben, in die Tat umzusetzen, und zu sehen, wie viele Leute sich für Deutschland interessieren und sich mit mir unterhalten wollten. Außerdem war die ganze Atmosphäre drum herum wirklich toll, mit den Fotos und Plakaten an der Wand und altbekannten Wiesn-Hits und Schlagern zum Mitsingen im Hintergrund.
Hier ein kleiner Eindruck von unserer Playlist:
- Wolfgang Petry: Wahnsinn
- Nena: 99 Luftballons
- DJ Ötzi: Hey Baby
- Buddy vs. DJ The Wave: Ab in den Süden
- Dschingis Khan: Moskau
- STS: Fürstenfeld
- Spider Murphy Gang: Skandal im Sperrbezirk
- Rex Gildo: Fiesta Mexicana
- Hermes House Band: Country Roads
- Und natürlich durften auch das 'Prosit' und Marschmusik nicht fehlen!
Montag, 4. Oktober 2010
Campus-Leben in Amerika
Heute ist es an der Zeit, mit ein paar Klischees über den Uni- und Campus-Alltag in den USA aufzuräumen - oder sie zu bestätigen.
Was habe ich über amerikanische Unis gedacht, bevor ich hier angekommen bin?
Stimmt's oder stimmt's nicht?
Auf dem Rutgers-Campus ist wirklich alles nach beieinander. Nicht so wie an der LMU, wo ich schon auch mal 15 Minuten mit dem Bus fahren musste, um vom Amerika-Institut zu den Politikwissenschaftlern zu kommen. Hier kann man zu allen Gebäuden, Instituten und Veranstaltungen zu Fuß gehen. Alles liegt innerhalb weniger Blocks. Zum Gebäude, wo die American Studies untergebracht sind, brauche ich nur zwei Minuten. Das ist die Conklin Hall und sieht so aus:
Alle anderen Gebäude heißen auch irgendetwas mit "Hall": Boyden Hall, Blumenthal Hall, Hill Hall, Olson Hall und so weiter. Eine ganz abgeschlossene Welt für sich ist der Rutgers-Campus aber nicht. Er liegt mitten in der Stadt, und es gibt auch in direkter Nachbarschaft einiges, das nicht zum Campus gehört: Wohnhäuser, Kirchen und ein Krankenhaus. Außerdem ist direkt neben dem Rutgers-Campus der Campus vom NJIT, dem New Jersey Institute of Technology. Das wirkt zusammen wie ein großes Gebiet voller Studenten.Wenn nicht überall Fahnen der Uni hängen würden, könnte man gar nicht sagen, bei welcher Uni man gerade ist.
Weil Rutgers in der Stadt liegt, fallen die grünen Wiesen auch etwas kleiner aus. Aber es gibt sie: Direkt gegenüber von meinem Haus liegen die Bibliothek und das Paul Robeson Campus Center, und dazwischen ist viel Grün, viele Bäume und Tische. Da kann man es sich in der Mittagspause oder nachmittags gemütlich machen, so wie Ömercan, Martin und ich nach der International Student Orientation.
Da war es übrigens 17 Uhr und hatte noch 37 Grad im Schatten. So sehen dann die Anzeigetafeln aus, die es hier an mehreren Stellen auf dem Campus gibt.
Wenn gerade nicht das Wetter angezeigt wird, finden sich darauf Hinweise auf Veranstaltungen oder Fristen an der Uni. Womit wir beim nächsten Thema sind: Es gibt nicht nur Veranstaltungen von Studentenorganisationen, Open-Air-Kino und Vorträge an der Uni, sondern auch sonst alles, was man als Student zum Leben braucht. Zwei Buchhandlungen, an die die Profs am Anfang des Semesters die Leselisten schicken, damit man gleich alle Bücher auf einmal kaufen kann. Und zwei kleine, teure Supermärkte. Und Starbucks und Subway. Und verschiedene andere Bistros und Imbisse. Und die Bibliothek. Und Geldautomaten. Wenn man nicht will, müsste man sich hier vom Campus also gar nicht wegbewegen.
Wer es so handhabt wie ich und nicht immer nur zu Subway, Starbucks und Co. gehen will, sondern richtig einkaufen und selbst kochen, für den hat die Uni auch einen super Service. Es gibt einen Shoping Shuttle, der drei Mal in der Woche zu Supermärkten, WalMart und so weiter fährt. Der fährt einen direkt vor die Tür und kommt dann eine Stunde später wieder, um Studenten und Einkaufstüten wieder einzusammeln. Er geht übrigens auch am Sonntag und bis 23.15 Uhr am Abend (diese Ladenöffnungszeiten - ein Traum!).
Die bekannten Gesichter aus den Seminaren trifft man nicht überall wieder. Das liegt daran, dass Rutgers eine wirklich große Uni ist. Hier studieren mehr als 11.000 Studenten, und natürlich halten sich nicht alle ständig hier am Campus auf. Ich selbst bin auch tagsüber nicht so viel unterwegs, sondern bereite meistens zu Hause etwas für meine Seminare vor oder bin in der Bibliothek - oder auch am Computer und beim Bloggen, so wie jetzt. Da, wo ich wohne, laufe ich aber schon öfters Leuten über den Weg, die ich aus meinem Haus oder von woanders kenne. Direkt neben meinem Haus gibt es übrigens auch einen Beachvolleyball-Platz.
Und meine Nachbarn haben Katzen. Da fühl ich mich gleich wie daheim, besonders weil die genauso oft kämpfen wie der Felix mit unseren Nachbarskatzen zu Hause. Falls man es nicht erkennt: Das, was da rechts im Bild auf der Treppe und in der Mitte auf dem schwarzen Ding liegt, sind zwei von den Katzen.
Hausparties gibt es nur bei den Fraternities und Sororities, und die fangen dann auch schon am Nachmittag um eins an. Wenn man dann abends an deren Häusern vorbeigeht, hört man schon das Grölen. Übrigens habe das Gefühl, dass es hier zum guten Ton gehört, dass alle, die keiner solchen Verbindung angehören, darüber lästern. Und außerdem sind die nur für die undergraduate students - was für graduate students wie mich impliziert, dass sie ziemlich uncool sind. ;-) Das ist mir hier nämlich auch aufgefallen: Die Trennung zwischen Bachelor- und Master-Studenten ist hier viel stärker ausgeprägt als in Deutschland.
So weit ich weiß, sind auch nur die College-Studenten, also die undergrads, diejenigen, die als College-Sportler die Bewunderung der Mädels auf sich ziehen. Sport ist hier ganz groß: Es liegen an mehreren Stellen Kalender mit den Spielen und Wettkämpfen der Rutgers-Sport-Teams aus, die auch gut besucht sind. Mein Seminar am Mittwoch Abend habe ich neben dem Fußballplatz, und da sind die Tribünen bei den Spielen immer gut gefüllt. Erstaunlicherweise hat Rutgers eine normale Fußballmannschaft, aber keine für American Football. Die Sportler sieht man dann auch abends nach dem Training oft noch zum Weiter-Trainieren oder zur Besprechung im Golden Dome Athletic Center. Dem statte ich auch öfters einen Besuch ab.
Wirklich viele tragen Rutgers-T-Shirts zum trainieren, wie auch sonst viele an der Uni Pullis, Taschen oder Jogginghosen mit Rutgers-Aufschrift oder Logo haben. Daran kann man schon sehen, dass die Studenten sich hier sehr mit der Uni identifizieren und sehr stolz auf sie sind. Ich finde, dass das schon eine Art Zusammengehörigkeitsgefühl an die Uni bringt. Alleine würde ich auch nicht im Uni-Oberteil herumlaufen wollen, aber wo es hier so viele machen, wird es für mich höchste Zeit, dass ich mir auch ein Rutgers T-Shirt zulege. Das ist in Deutschland ganz anders. Die LMU hat zwar auch ihren Shop, wo man Pullis und Taschen kaufen kann, aber ich habe noch nie jemanden gesehen, das mit einem LMU-T-Shirt an der Uni unterwegs war.
Habt ihr noch mehr Vorstellungen von amerikanischen Unis? Dann immer her damit in den Kommentaren. Ich sag euch dann, wie es wirklich ist.
Was habe ich über amerikanische Unis gedacht, bevor ich hier angekommen bin?
- Der Campus ist wie eine abgeschlossene Einheit und alles ist nah beieinander
- Die Leute sitzen auf grünen Wiesen und diskutieren miteinander
- Auf dem Campus gibt es alles, was man zum Leben und Studieren braucht: Buchhandlung, Bibliothek, Fast Food. ;-)
- Man trifft überall die bekannten Gesichter aus den Seminaren wieder
- Es gibt ne Menge Hausparties wie in den Filmen
- Nicht zu vergessen natürlich die College-Sportler
- Alle sind stolz auf die Uni und tragen Uni-T-Shirts
Stimmt's oder stimmt's nicht?
Auf dem Rutgers-Campus ist wirklich alles nach beieinander. Nicht so wie an der LMU, wo ich schon auch mal 15 Minuten mit dem Bus fahren musste, um vom Amerika-Institut zu den Politikwissenschaftlern zu kommen. Hier kann man zu allen Gebäuden, Instituten und Veranstaltungen zu Fuß gehen. Alles liegt innerhalb weniger Blocks. Zum Gebäude, wo die American Studies untergebracht sind, brauche ich nur zwei Minuten. Das ist die Conklin Hall und sieht so aus:
Alle anderen Gebäude heißen auch irgendetwas mit "Hall": Boyden Hall, Blumenthal Hall, Hill Hall, Olson Hall und so weiter. Eine ganz abgeschlossene Welt für sich ist der Rutgers-Campus aber nicht. Er liegt mitten in der Stadt, und es gibt auch in direkter Nachbarschaft einiges, das nicht zum Campus gehört: Wohnhäuser, Kirchen und ein Krankenhaus. Außerdem ist direkt neben dem Rutgers-Campus der Campus vom NJIT, dem New Jersey Institute of Technology. Das wirkt zusammen wie ein großes Gebiet voller Studenten.Wenn nicht überall Fahnen der Uni hängen würden, könnte man gar nicht sagen, bei welcher Uni man gerade ist.
Weil Rutgers in der Stadt liegt, fallen die grünen Wiesen auch etwas kleiner aus. Aber es gibt sie: Direkt gegenüber von meinem Haus liegen die Bibliothek und das Paul Robeson Campus Center, und dazwischen ist viel Grün, viele Bäume und Tische. Da kann man es sich in der Mittagspause oder nachmittags gemütlich machen, so wie Ömercan, Martin und ich nach der International Student Orientation.
Da war es übrigens 17 Uhr und hatte noch 37 Grad im Schatten. So sehen dann die Anzeigetafeln aus, die es hier an mehreren Stellen auf dem Campus gibt.
Wenn gerade nicht das Wetter angezeigt wird, finden sich darauf Hinweise auf Veranstaltungen oder Fristen an der Uni. Womit wir beim nächsten Thema sind: Es gibt nicht nur Veranstaltungen von Studentenorganisationen, Open-Air-Kino und Vorträge an der Uni, sondern auch sonst alles, was man als Student zum Leben braucht. Zwei Buchhandlungen, an die die Profs am Anfang des Semesters die Leselisten schicken, damit man gleich alle Bücher auf einmal kaufen kann. Und zwei kleine, teure Supermärkte. Und Starbucks und Subway. Und verschiedene andere Bistros und Imbisse. Und die Bibliothek. Und Geldautomaten. Wenn man nicht will, müsste man sich hier vom Campus also gar nicht wegbewegen.
Wer es so handhabt wie ich und nicht immer nur zu Subway, Starbucks und Co. gehen will, sondern richtig einkaufen und selbst kochen, für den hat die Uni auch einen super Service. Es gibt einen Shoping Shuttle, der drei Mal in der Woche zu Supermärkten, WalMart und so weiter fährt. Der fährt einen direkt vor die Tür und kommt dann eine Stunde später wieder, um Studenten und Einkaufstüten wieder einzusammeln. Er geht übrigens auch am Sonntag und bis 23.15 Uhr am Abend (diese Ladenöffnungszeiten - ein Traum!).
Die bekannten Gesichter aus den Seminaren trifft man nicht überall wieder. Das liegt daran, dass Rutgers eine wirklich große Uni ist. Hier studieren mehr als 11.000 Studenten, und natürlich halten sich nicht alle ständig hier am Campus auf. Ich selbst bin auch tagsüber nicht so viel unterwegs, sondern bereite meistens zu Hause etwas für meine Seminare vor oder bin in der Bibliothek - oder auch am Computer und beim Bloggen, so wie jetzt. Da, wo ich wohne, laufe ich aber schon öfters Leuten über den Weg, die ich aus meinem Haus oder von woanders kenne. Direkt neben meinem Haus gibt es übrigens auch einen Beachvolleyball-Platz.
Und meine Nachbarn haben Katzen. Da fühl ich mich gleich wie daheim, besonders weil die genauso oft kämpfen wie der Felix mit unseren Nachbarskatzen zu Hause. Falls man es nicht erkennt: Das, was da rechts im Bild auf der Treppe und in der Mitte auf dem schwarzen Ding liegt, sind zwei von den Katzen.
Hausparties gibt es nur bei den Fraternities und Sororities, und die fangen dann auch schon am Nachmittag um eins an. Wenn man dann abends an deren Häusern vorbeigeht, hört man schon das Grölen. Übrigens habe das Gefühl, dass es hier zum guten Ton gehört, dass alle, die keiner solchen Verbindung angehören, darüber lästern. Und außerdem sind die nur für die undergraduate students - was für graduate students wie mich impliziert, dass sie ziemlich uncool sind. ;-) Das ist mir hier nämlich auch aufgefallen: Die Trennung zwischen Bachelor- und Master-Studenten ist hier viel stärker ausgeprägt als in Deutschland.
So weit ich weiß, sind auch nur die College-Studenten, also die undergrads, diejenigen, die als College-Sportler die Bewunderung der Mädels auf sich ziehen. Sport ist hier ganz groß: Es liegen an mehreren Stellen Kalender mit den Spielen und Wettkämpfen der Rutgers-Sport-Teams aus, die auch gut besucht sind. Mein Seminar am Mittwoch Abend habe ich neben dem Fußballplatz, und da sind die Tribünen bei den Spielen immer gut gefüllt. Erstaunlicherweise hat Rutgers eine normale Fußballmannschaft, aber keine für American Football. Die Sportler sieht man dann auch abends nach dem Training oft noch zum Weiter-Trainieren oder zur Besprechung im Golden Dome Athletic Center. Dem statte ich auch öfters einen Besuch ab.
Wirklich viele tragen Rutgers-T-Shirts zum trainieren, wie auch sonst viele an der Uni Pullis, Taschen oder Jogginghosen mit Rutgers-Aufschrift oder Logo haben. Daran kann man schon sehen, dass die Studenten sich hier sehr mit der Uni identifizieren und sehr stolz auf sie sind. Ich finde, dass das schon eine Art Zusammengehörigkeitsgefühl an die Uni bringt. Alleine würde ich auch nicht im Uni-Oberteil herumlaufen wollen, aber wo es hier so viele machen, wird es für mich höchste Zeit, dass ich mir auch ein Rutgers T-Shirt zulege. Das ist in Deutschland ganz anders. Die LMU hat zwar auch ihren Shop, wo man Pullis und Taschen kaufen kann, aber ich habe noch nie jemanden gesehen, das mit einem LMU-T-Shirt an der Uni unterwegs war.
Habt ihr noch mehr Vorstellungen von amerikanischen Unis? Dann immer her damit in den Kommentaren. Ich sag euch dann, wie es wirklich ist.
Freitag, 24. September 2010
Uni-Leben
Momentan bin ich mit der Uni sehr beschäftigt. Während in Deutschland noch alle auf der faulen Haut liegen und ihre Semesterferien genießen, habe ich hier in Newark schon die vierte Uniwoche hinter mir.
Ich habe dieses Semester drei Seminare - und bevor jetzt jemand aufschreit, dass in Wirklichkeit ja ich diejenige bin, die auf der faulen Haut liegt: Mit drei Kursen ist man voll ausgelastet. Drei Kurse bedeuten hier an der Graduate School, dass man Vollzeit-Student ist, und das kommt nicht von ungefähr. Mir wurde vorher schon gesagt, dass man sich auf keinen Fall mehr als drei Kurse pro Semester aufhalsen soll. Wenn man aber aus Deutschland gewohnt ist, sechs bis acht Kurse zu haben, hört sich das irgendwie trotzdem wenig an.
Warum sind drei Seminare eigentlich so viel Arbeit? Das liegt an den vielen Büchern, die ich dafür lesen muss. Aus Deutschland war ich es gewohnt, dass man vielleicht mal ein paar Kapitel aus einem Buch lesen muss, oder ein, zwei Aufsätze. Hier muss ich für jeden Kurs jede Woche ein (ganzes!) Buch lesen und zusätzlich noch ein paar Kapitel aus anderen Büchern oder Papers von anderen Autoren. Und das mal drei - macht pro Woche drei komplette Bücher und mehrere Aufsätze. Alles in allem lese ich jede Woche ungefähr 1000 Seiten...
Eine weitere Sache, die ich so nicht gewohnt war, ist, dass man sich fast alle Bücher kaufen muss. Die Bibliothek hat zwar die meisten Bücher, die wir für die Seminare lesen müssen. Aber natürlich nicht zehn Exemplare, so dass jeder eins davon bekommt. Deswegen werden die Bücher in einer speziellen "Reserve"-Abteilung abgestellt, aus der man ein Buch nur für drei Stunden ausleihen kann. Danach muss man es wieder zurückbringen, damit andere es lesen können. Das ist nicht so praktisch - in drei Stunden liest man ja nicht einfach schnell mal ein ganzes Buch. Viele Bücher kann man aus anderen Bibliotheken bestellen. Das habe ich auch für ein paar gemacht. Das ist sehr praktisch, weil ich dann nicht alle Bücher kaufen muss. Allerdings kann man die nur zwei Wochen behalten, bevor man sie wieder zurückkgeben muss. Da muss man also gut planen, wann man was bestellt.
Dennoch sind am Ende einige Bücher übriggeblieben, die ich mir gekauft habe. Weil hier alle Studenten so viele Bücher kaufen, gibt es zig Internet-Seiten für gebrauchte Bücher. Falls mal jemand eins braucht: www.bookfinder.com kann ich sehr empfehlen. Da bekommt man die Bücher ungefähr für die Hälfte, und sie werden nach Hause geliefert, man muss also weniger schleppen. Weil ich jetzt so viele Bücher habe, habe ich mir ein Bücherregal gekauft. Ich wollte sie ja nicht einfach alle in eine Ecke pfeffern. Das Regal habe ich online gefunden und abgeholt. Das Problem an der Sache: Ich musste es in der U-Bahn heimtransportieren und von der U-Bahn noch fünf Minuten nach Hause gehen. Schwer war es eigentlich nicht, nur sehr unhandlich, weil es schon zusammengebaut war. Ich habe mich gut geschlagen, hatte aber am nächsten Tag auch einige blaue Flecken.
Die Bücher, die wir lesen, sind dann die Basis für die Seminardiskussionen. Die Seminare sind sehr ähnlich wie in Deutschland, nur noch interaktiver und kleiner. Mein größter Kurs hat zwölf Teilnehmer. Wir diskutieren die Bücher, Konzepte aus den Büchern, die Argumente der Autoren, Quellen und so weiter. Eine Besonderheit sind meine Mitstudenten: In den USA ist es viel üblicher als in Deutschland, dass Leute nach dem Bachelor in den Beruf gehen und entweder gar nicht mehr weiterstudieren oder erst nach einigen Jahren einen Master oder PhD machen. Deswegen sind viele schon Ende 20 oder älter, wenn sie wieder zurück an die Uni kommen. Das macht die Diskussionen noch viel interessanter. Ich habe dieses Semester einen Kurs über Bildungspolitik und Schulreformen, den ich mir in Deutschland für Politikwissenschaft anerkennen lassen will. Einer der Studenten in diesem Kurs ist Direktor von einer Schule hier in Newark, und ein paar andere waren vorher selbst Lehrer. Das macht das Ganze gleich noch viel interessanter!
Neben diesem Seminar mache ich noch zwei Kurse in American Studies. Einer behandelt die Geschichte von New York in den letzten 100 Jahren, und der andere Einwanderung und die amerikanische Gesellschaft. Den Kurs über New York habe ich genommen, weil ich in Deutschland zwar viel über amerikanische Geschichte allgemein gelernt habe, aber nicht speziell über New York. Und gerade jetzt, wo ich hier bin, bietet sich das ja an. Ich habe das Gefühl, dass der Professor alles über New York weiß, was man wissen kann - der ist wirklich ein wandelndes Lexikon. Egal, ob es um die Geschichte der Arbeiterbewegung oder um Jazz in afroamerikanischen Vierteln geht, er weiß immer etwas. Außerdem macht er mit uns in ein paar Wochen eine "Walking Tour" durch einen Teil von New York. Darauf freue ich mich schon!
Über Einwanderung habe ich in Deutschland in meinem Studium schon einiges gemacht, aber auch dieser Kurs ist interessant. Es ist echt spannend, das mal aus amerikanischer Perspektive zu sehen. Außerdem besprechen wir vieles, was ich vorher noch nicht gemacht habe, zum Beispiel, wie verschiedene Autoren die gleichen Entwicklungen unterschiedlich darstellen, wie sich die Sichtweisen auf Einwanderungswellen im Laufe der Jahre verändert habe, und mehr theoretische Konzepte und Strömungen.
Die Professoren haben alle viel Erfahrung in dem, was sie machen - und außerhalb der Uni auch. Der aus dem Schulpolitik-Seminar berät zum Beispiel das New York Department of Education. Der Professor aus dem Seminar über New York beschäftigt sich in seiner eigenen Forschung mit Medien und hat viele Jahre als Journalist gearbeitet. Und sie sind alle sehr hilfsbereit und man kann sie immer ansprechen. Gestern im Seminar habe ich ein Thema genannt, das mich für mein Abschluss-Essay für diesen Kurs interessieren würde - heute hatte ich eine E-Mail vom Prof im Postfach mit drei genaueren Themenvorschlägen und Tipps, wo ich dazu Literatur und Archivmaterial finden kann!
Ich habe dieses Semester drei Seminare - und bevor jetzt jemand aufschreit, dass in Wirklichkeit ja ich diejenige bin, die auf der faulen Haut liegt: Mit drei Kursen ist man voll ausgelastet. Drei Kurse bedeuten hier an der Graduate School, dass man Vollzeit-Student ist, und das kommt nicht von ungefähr. Mir wurde vorher schon gesagt, dass man sich auf keinen Fall mehr als drei Kurse pro Semester aufhalsen soll. Wenn man aber aus Deutschland gewohnt ist, sechs bis acht Kurse zu haben, hört sich das irgendwie trotzdem wenig an.
Warum sind drei Seminare eigentlich so viel Arbeit? Das liegt an den vielen Büchern, die ich dafür lesen muss. Aus Deutschland war ich es gewohnt, dass man vielleicht mal ein paar Kapitel aus einem Buch lesen muss, oder ein, zwei Aufsätze. Hier muss ich für jeden Kurs jede Woche ein (ganzes!) Buch lesen und zusätzlich noch ein paar Kapitel aus anderen Büchern oder Papers von anderen Autoren. Und das mal drei - macht pro Woche drei komplette Bücher und mehrere Aufsätze. Alles in allem lese ich jede Woche ungefähr 1000 Seiten...
Eine weitere Sache, die ich so nicht gewohnt war, ist, dass man sich fast alle Bücher kaufen muss. Die Bibliothek hat zwar die meisten Bücher, die wir für die Seminare lesen müssen. Aber natürlich nicht zehn Exemplare, so dass jeder eins davon bekommt. Deswegen werden die Bücher in einer speziellen "Reserve"-Abteilung abgestellt, aus der man ein Buch nur für drei Stunden ausleihen kann. Danach muss man es wieder zurückbringen, damit andere es lesen können. Das ist nicht so praktisch - in drei Stunden liest man ja nicht einfach schnell mal ein ganzes Buch. Viele Bücher kann man aus anderen Bibliotheken bestellen. Das habe ich auch für ein paar gemacht. Das ist sehr praktisch, weil ich dann nicht alle Bücher kaufen muss. Allerdings kann man die nur zwei Wochen behalten, bevor man sie wieder zurückkgeben muss. Da muss man also gut planen, wann man was bestellt.
Dennoch sind am Ende einige Bücher übriggeblieben, die ich mir gekauft habe. Weil hier alle Studenten so viele Bücher kaufen, gibt es zig Internet-Seiten für gebrauchte Bücher. Falls mal jemand eins braucht: www.bookfinder.com kann ich sehr empfehlen. Da bekommt man die Bücher ungefähr für die Hälfte, und sie werden nach Hause geliefert, man muss also weniger schleppen. Weil ich jetzt so viele Bücher habe, habe ich mir ein Bücherregal gekauft. Ich wollte sie ja nicht einfach alle in eine Ecke pfeffern. Das Regal habe ich online gefunden und abgeholt. Das Problem an der Sache: Ich musste es in der U-Bahn heimtransportieren und von der U-Bahn noch fünf Minuten nach Hause gehen. Schwer war es eigentlich nicht, nur sehr unhandlich, weil es schon zusammengebaut war. Ich habe mich gut geschlagen, hatte aber am nächsten Tag auch einige blaue Flecken.
Die Bücher, die wir lesen, sind dann die Basis für die Seminardiskussionen. Die Seminare sind sehr ähnlich wie in Deutschland, nur noch interaktiver und kleiner. Mein größter Kurs hat zwölf Teilnehmer. Wir diskutieren die Bücher, Konzepte aus den Büchern, die Argumente der Autoren, Quellen und so weiter. Eine Besonderheit sind meine Mitstudenten: In den USA ist es viel üblicher als in Deutschland, dass Leute nach dem Bachelor in den Beruf gehen und entweder gar nicht mehr weiterstudieren oder erst nach einigen Jahren einen Master oder PhD machen. Deswegen sind viele schon Ende 20 oder älter, wenn sie wieder zurück an die Uni kommen. Das macht die Diskussionen noch viel interessanter. Ich habe dieses Semester einen Kurs über Bildungspolitik und Schulreformen, den ich mir in Deutschland für Politikwissenschaft anerkennen lassen will. Einer der Studenten in diesem Kurs ist Direktor von einer Schule hier in Newark, und ein paar andere waren vorher selbst Lehrer. Das macht das Ganze gleich noch viel interessanter!
Neben diesem Seminar mache ich noch zwei Kurse in American Studies. Einer behandelt die Geschichte von New York in den letzten 100 Jahren, und der andere Einwanderung und die amerikanische Gesellschaft. Den Kurs über New York habe ich genommen, weil ich in Deutschland zwar viel über amerikanische Geschichte allgemein gelernt habe, aber nicht speziell über New York. Und gerade jetzt, wo ich hier bin, bietet sich das ja an. Ich habe das Gefühl, dass der Professor alles über New York weiß, was man wissen kann - der ist wirklich ein wandelndes Lexikon. Egal, ob es um die Geschichte der Arbeiterbewegung oder um Jazz in afroamerikanischen Vierteln geht, er weiß immer etwas. Außerdem macht er mit uns in ein paar Wochen eine "Walking Tour" durch einen Teil von New York. Darauf freue ich mich schon!
Über Einwanderung habe ich in Deutschland in meinem Studium schon einiges gemacht, aber auch dieser Kurs ist interessant. Es ist echt spannend, das mal aus amerikanischer Perspektive zu sehen. Außerdem besprechen wir vieles, was ich vorher noch nicht gemacht habe, zum Beispiel, wie verschiedene Autoren die gleichen Entwicklungen unterschiedlich darstellen, wie sich die Sichtweisen auf Einwanderungswellen im Laufe der Jahre verändert habe, und mehr theoretische Konzepte und Strömungen.
Die Professoren haben alle viel Erfahrung in dem, was sie machen - und außerhalb der Uni auch. Der aus dem Schulpolitik-Seminar berät zum Beispiel das New York Department of Education. Der Professor aus dem Seminar über New York beschäftigt sich in seiner eigenen Forschung mit Medien und hat viele Jahre als Journalist gearbeitet. Und sie sind alle sehr hilfsbereit und man kann sie immer ansprechen. Gestern im Seminar habe ich ein Thema genannt, das mich für mein Abschluss-Essay für diesen Kurs interessieren würde - heute hatte ich eine E-Mail vom Prof im Postfach mit drei genaueren Themenvorschlägen und Tipps, wo ich dazu Literatur und Archivmaterial finden kann!
Dienstag, 14. September 2010
Update
1. Ich habe seit heute meinen Studentenausweis! Juhu!
2. Die Matratze wurde letztes Wochenende "eingeweiht". ;-)
2. Die Matratze wurde letztes Wochenende "eingeweiht". ;-)
Montag, 6. September 2010
Studentenausweis - Fluch und Segen
Was an meiner amerikanischen Uni sehr praktisch ist: der Studentenausweis. Er ist nicht nur ein olles Stück Papier wie an der LMU, sondern wie eine Scheckkarte mit Magnetstreifen. Mit dem Studentenausweis kann man das Sportzentrum benützen, das nicht nur ein Fitness-Studio, sondern auch noch ein Schwimmbad, Tennisplätze und mehr anbietet. Man braucht keinen speziellen Ausweis für die Bibliothek, sondern kann Bücher mit dem normalen Studentenausweis ausleihen. Außerdem bekommt man mit dem Ausweis Zugang zu den Computerräumen, in denen man jedes Semester 750 Seiten kostenlos drucken kann.
Um den Ausweis zu bekommen, muss man aber erst seine 'Term Bill' bezahlen, also Studiengebühren und andere Gebühren. Sonst könnte man sich ja einfach mal einschreiben und den Studentenausweis abholen. Sich dann aber gleich wieder exmatrikulieren und das ganze Semester über die Angebote der Uni nutzen und anderswo Studentenrabatte kassieren.
Das Problem bei mir ist, dass die Studiengebühren ja von meinem Stipendium bezahlt werden. Eine Überweisung innerhalb Deutschlands braucht ja schon ein paar Tage, und von Deutschland in die USA dauert es natürlich noch länger. Das Problem an der Sache: Um das Stipendium zu überweisen zu bekommen, muss man ein Formular mit der amerikanischen Bankverbindung ausfüllen, drucken, unterschreiben und einscannen. Wie aber scannen und drucken ohne Studentenausweis? Drucken ging noch relativ leicht (es gibt ja zum Glück andere Leute, die schon ihren Studentenausweis haben...). Beim Scannen musste ich noch kreativer werden. Scanner habe ich an der Uni nämlich noch keine gefunden. Also Formular gedruckt, Kamera gezückt, Formular abfotografiert und abgeschickt!
...lange Rede, kurzer Sinn: Ich freu mich auf mein Geld und auf meinen Studentenausweis!
Um den Ausweis zu bekommen, muss man aber erst seine 'Term Bill' bezahlen, also Studiengebühren und andere Gebühren. Sonst könnte man sich ja einfach mal einschreiben und den Studentenausweis abholen. Sich dann aber gleich wieder exmatrikulieren und das ganze Semester über die Angebote der Uni nutzen und anderswo Studentenrabatte kassieren.
Das Problem bei mir ist, dass die Studiengebühren ja von meinem Stipendium bezahlt werden. Eine Überweisung innerhalb Deutschlands braucht ja schon ein paar Tage, und von Deutschland in die USA dauert es natürlich noch länger. Das Problem an der Sache: Um das Stipendium zu überweisen zu bekommen, muss man ein Formular mit der amerikanischen Bankverbindung ausfüllen, drucken, unterschreiben und einscannen. Wie aber scannen und drucken ohne Studentenausweis? Drucken ging noch relativ leicht (es gibt ja zum Glück andere Leute, die schon ihren Studentenausweis haben...). Beim Scannen musste ich noch kreativer werden. Scanner habe ich an der Uni nämlich noch keine gefunden. Also Formular gedruckt, Kamera gezückt, Formular abfotografiert und abgeschickt!
...lange Rede, kurzer Sinn: Ich freu mich auf mein Geld und auf meinen Studentenausweis!
Montag, 30. August 2010
5 things to know about the USA
Nach zwei Wochen Amerika ist die Zeit reif für ein paar Beobachtungen über das alltägliche Leben in den USA.
1. Bei mir im Haus wird sogar Müll getrennt. Nach den drei Kategorien "Trash", Papier und Aluminium/Glas/Plastik. Warum Alu, Plastik und Glas alles in eine Tonne kommt, versteh ich aber noch nicht so ganz.
2. Wo wir schon beim Müll sind: Eine Sache, die ich mir sparen kann, sind Mülltüten. Ich bin mir sicher, dass ich in diesem ganzen Jahr kein einziges Mal eine Mülltüte kaufen muss. Hier bekommt man bei jedem Einkauf seine Sachen in ungefähr fünf Plastiktüten gepackt. Das reicht für den Müll, den ich produziere, locker aus.
3. Die Öffnungszeiten hier sind ein Traum. IKEA am Sonntag - kein Problem. Food-Shopping am Sonntag Abend um 20 Uhr - auch kein Problem. Man braucht mal eben am Freitag um 15 Uhr an der Uni etwas von der Sekretärin - selbstverständlich ist sie da.
4. Die Leute hier sind langsamer als in Deutschland. Auf der Straße gehen sie langsamer, im Supermarkt kassieren sie langsamer, und sie steigen langsamer in die U-Bahn ein. Das muss nichts Schlechtes heißen - ich habe mich gefragt, ob wir vielleicht in Deutschland einfach ein bisschen "stressiger" sind. Es ist ja schon angenehm, wenn man an der Supermarktkasse nicht gleich am Anfang des Fließbands den Geldbeutel aus der Tasche reißen muss und das Geld parat haben muss, damit man mit der wahnsinnig schnellen Aldi-Kassiererin mithalten kann, die in einem Affenzahn die Waren über den Scanner zieht.
5. So gut wie alles ist hier behindertengerecht. Und damit meine ich nicht nur zugänglich für Rollstulfahrer. Die Geldautomaten können mit Blinden "sprechen" (bzw. sie lesen vor, was auf dem Display steht) und alle Türen in der Uni und meinem Wohnheim haben die Zimmernummern in Braille-Schrift auf den Schildern.
1. Bei mir im Haus wird sogar Müll getrennt. Nach den drei Kategorien "Trash", Papier und Aluminium/Glas/Plastik. Warum Alu, Plastik und Glas alles in eine Tonne kommt, versteh ich aber noch nicht so ganz.
2. Wo wir schon beim Müll sind: Eine Sache, die ich mir sparen kann, sind Mülltüten. Ich bin mir sicher, dass ich in diesem ganzen Jahr kein einziges Mal eine Mülltüte kaufen muss. Hier bekommt man bei jedem Einkauf seine Sachen in ungefähr fünf Plastiktüten gepackt. Das reicht für den Müll, den ich produziere, locker aus.
3. Die Öffnungszeiten hier sind ein Traum. IKEA am Sonntag - kein Problem. Food-Shopping am Sonntag Abend um 20 Uhr - auch kein Problem. Man braucht mal eben am Freitag um 15 Uhr an der Uni etwas von der Sekretärin - selbstverständlich ist sie da.
4. Die Leute hier sind langsamer als in Deutschland. Auf der Straße gehen sie langsamer, im Supermarkt kassieren sie langsamer, und sie steigen langsamer in die U-Bahn ein. Das muss nichts Schlechtes heißen - ich habe mich gefragt, ob wir vielleicht in Deutschland einfach ein bisschen "stressiger" sind. Es ist ja schon angenehm, wenn man an der Supermarktkasse nicht gleich am Anfang des Fließbands den Geldbeutel aus der Tasche reißen muss und das Geld parat haben muss, damit man mit der wahnsinnig schnellen Aldi-Kassiererin mithalten kann, die in einem Affenzahn die Waren über den Scanner zieht.
5. So gut wie alles ist hier behindertengerecht. Und damit meine ich nicht nur zugänglich für Rollstulfahrer. Die Geldautomaten können mit Blinden "sprechen" (bzw. sie lesen vor, was auf dem Display steht) und alle Türen in der Uni und meinem Wohnheim haben die Zimmernummern in Braille-Schrift auf den Schildern.
Abonnieren
Posts (Atom)

