Donnerstag, 9. September 2010

Matratzen-Klau

Die Matratzen-Geschichte habe ich in einem anderen Post ja schon mal erwähnt. Hier die ganze Geschichte.

In jedem Stockwerk meines Hauses gibt es einen "Trash room", also der Raum, wo der Abfall hinkommt. Als ich eines Abends meinen Müll weggebracht habe, standen da nicht nur ein paar Mülltonnen, sondern ein ganzes Bett. Und damit meine ich wirklich ein komplettes Bett samt Lattenrost und Matratze. Dem Bett hat auf den ersten Blick nichts gefehlt, außer dass das Kopfteil lose war. Ich habe mir zuerst nicht viel dabei gedacht und bin zurück in die Wohnung und ins Bett gegangen.

Als ich dann im Bett lag, fiel mir ein, dass ich ja diese Woche Besuch bekomme. Von Jedda, die ich bei der Gateway Orientation in Berkeley kennengelernt habe, und ihrer Mitbewohnerin. Ich hatte ihnen gesagt, dass mein Zimmer groß genug ist für zwei Gäste, dass ich aber nur ein Bett habe - also, dass jemand von den beiden auf dem Boden schlafen muss. Da dachte ich mir, dass es eigentlich viel zu schade ist, wenn das Bett im Trash Room versauert.

Gesagt, getan. Am nächsten Morgen bin ich um 6 Uhr aufgestanden, weil der Bus nach Boston so früh ging. Und bevor ich mit meinem Koffer aus dem Haus gerollt bin, habe ich mir die Matratze im Trash Room geschnappt und in mein Zimmer geschafft. Gut, dass mich dabei niemand gesehen hat! War nämlich gar nicht so einfach! So eine Matratze ist ganz schön schwer. Und außerdem unhandlich. Ziehen kann man sie schlecht, und wenn man versucht, sie zu schieben, hat man das Problem, dass die Türen von alleine nicht offen bleiben.

Ich habe es aber erfolgreich gemeistert. Und jetzt liegt die Matratze unter meinem Bett und wartet auf ihren ersten "Einsatz".


Mittwoch, 8. September 2010

Kleiner Reiseführer für Boston

Nach drei Wochen in Amerika, in denen ich schon in drei Staaten war (Kalifornien, New Jersey und New York), war es am letzten Wochenende Zeit für einen kleinen Kurztrip in eine andere Stadt und einen anderen Staat: nach Boston!

Diese Reise war wohl die spontanste, die ich bisher unternommen habe. Anruf von Marie, die ich aus München kenne und die jetzt in Washington, D.C. studiert, am Donnerstag Abend: "Ich fliege morgen für das Wochenende nach Boston. Hast du Lust, mitzukommen?". Ich: "Ja klar hab ich Lust. Ich glaube aber, dass ich den Bus nehme und nicht fliege". Bus und Hotel wurden dann am Freitag nachmittag gebucht - weniger als 24 Stunden, bevor ich dort angekommen bin. Ich bin mit Martin, meinem Fulbright-Kollegen am Samstag um 7 Uhr losgefahren - nachdem ich vorher schon im Schweiße meines Angesichts eine Matratze durch mein Wohnheim transportiert habe. Aber das ist eine ganz andere Geschichte...

Boston hat mir sehr gut gefallen und ist auf alle Fälle eine Reise wert. Deshalb hier ein paar Tipps, was man dort unbedingt machen sollte:

1. Eine "Duck Tour". Das ist eine Stadttour in einem etwas anderen Sightseeing-Fahrzeug. Die "Ducks" können auf der Straße fahren, aber auch wie ein Boot schwimmen. Bei so einer Tour fährt man erst an Land ein paar Sehenswürdigkeiten ab. Danach geht es auf einer Rampe am Hafen abwärts - platsch! - und schon schippert man gemütlich durch den Hafen, von wo aus man einen wunderschönen Blick auf die Skyline hat.


2. Am Abend rechtzeitig weggehen. Wir wollten am Samstag in einen Club gehen, in dem wir bis Mitternacht vergünstigten Eintritt bekommen hätten. Leider war die Schlange um 23.30 Uhr schon so lang, dass wir es nicht rechtzeitig hinein geschafft haben. Das Problem ist nämlich, dass die "prüden Puritaner" (Zitat ein Freund von Marie) ihre Clubs um 2 Uhr schließen. Das hätte sich also nicht mehr gelohnt. Wir sind dann in zwei Bars gegangen. Die waren ganz schön, haben aber auch um 2 Uhr geschlossen. Immerhin sieht man auf dem Weg nach Hause noch ein paar Attraktionen. ;-)


3. Shoppen auf der Newbury Street, der Boylston Street und am Faneuil Hall Marketplace. Viele kleine süße Läden mit tollen Klamotten und Schuhen. Und zwischendurch immer wieder Eiscafés und Restaurants, um sich für die nächsten Läden zu stärken.


4. Sich nach dem Shoppen erschöpft in einen der vielen Parks legen und entspannen. Leuten beim Frisbee-spielen zuschauen, die Shopping-Erunngenschaften begutachten oder einfach nichts tun.


5. Abends von der Bar im 52. Stock des Prudential Tower aus den Blick über die Stadt schweifen lassen. Keine weitere Erklärung notwendig!


6. Die größte amerikanische Flagge bewundern, die ich bisher gesehen habe.


Viel Spaß beim Reisen und Ausprobieren!

Montag, 6. September 2010

Studentenausweis - Fluch und Segen

Was an meiner amerikanischen Uni sehr praktisch ist: der Studentenausweis. Er ist nicht nur ein olles Stück Papier wie an der LMU, sondern wie eine Scheckkarte mit Magnetstreifen. Mit dem Studentenausweis kann man das Sportzentrum benützen, das nicht nur ein Fitness-Studio, sondern auch noch ein Schwimmbad, Tennisplätze und mehr anbietet. Man braucht keinen speziellen Ausweis für die Bibliothek, sondern kann Bücher mit dem normalen Studentenausweis ausleihen. Außerdem bekommt man mit dem Ausweis Zugang zu den Computerräumen, in denen man jedes Semester 750 Seiten kostenlos drucken kann.

Um den Ausweis zu bekommen, muss man aber erst seine 'Term Bill' bezahlen, also Studiengebühren und andere Gebühren. Sonst könnte man sich ja einfach mal einschreiben und den Studentenausweis abholen. Sich dann aber gleich wieder exmatrikulieren und das ganze Semester über die Angebote der Uni nutzen und anderswo Studentenrabatte kassieren.

Das Problem bei mir ist, dass die Studiengebühren ja von meinem Stipendium bezahlt werden. Eine Überweisung innerhalb Deutschlands braucht ja schon ein paar Tage, und von Deutschland in die USA dauert es natürlich noch länger. Das Problem an der Sache: Um das Stipendium zu überweisen zu bekommen, muss man ein Formular mit der amerikanischen Bankverbindung ausfüllen, drucken, unterschreiben und einscannen. Wie aber scannen und drucken ohne Studentenausweis? Drucken ging noch relativ leicht (es gibt ja zum Glück andere Leute, die schon ihren Studentenausweis haben...). Beim Scannen musste ich noch kreativer werden. Scanner habe ich an der Uni nämlich noch keine gefunden. Also Formular gedruckt, Kamera gezückt, Formular abfotografiert und abgeschickt!

...lange Rede, kurzer Sinn: Ich freu mich auf mein Geld und auf meinen Studentenausweis!